Thomas Placzek

Nachts ist es kälter als draußen
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Friday IPA

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Ich bin ein Fan von IPA Bier. Jeder in meinem Bekanntenkreis weiss das. Inzwischen trinke ich es lieber als Wein und manchmal, aber nur ganz manchmal, auch in der alkoholfreien (d.h. <0,5%) Variante. Erstmals bin ich mit IPA in Neu-England in Berührung gekommen, dann ein zweites Mal hier in Den Haag, als mein Cousin in einer Kneipe sich mit Freude einem damals noch seltenen Exemplar dieser Gattung gewidmet hat. Inzwischen probiere ich alles durch und mein Favorit ist das Jopen IPA.

Hier in den Niederlanden ist IPA in jedem Supermarkt in dutzendfacher Variation erhältlich, auch Irland (eigentlich meine ich Dublin) ist ein IPA Paradies. Meine Heimat Bayern ist sehr zurückhaltend, was Microbreweries überhaupt, bzw. was Craft Beer anbelangt. In den klassischen Supermärkten in München ist es nicht zu kriegen. Im (arrogant) bayerischen Selbstverständnis ist ein naturtrübes Kellerbier schon Craft genug. Und da man sich dem bayerischen Reinheitsgebot verpflichtet hat, meint man ohnehin nichts fürchten zu müssen. (By the way, alle IPAs, die ich bislang getrunken habe, hätten aufgrund ihrer Zutaten dem bayerischen Reinheitsgebot genügt. Es wird einfach mehr, aromatischerer oder bitterer Hopfen verwendet.) Na ja, der Markt wird es schon regeln. Einzig meine Lieblingskneipe im Westend, das Schwanthaler hat von Hoppebräu immer mal wieder ein Craft-Bier. Wuida Hund und Wuida Hehna habe ich dort schon getrunken.

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So und jetzt kommt's: heute war ich einem holländischen Supermarkt, zugegeben "marqt", also schon die elitärere Variante eines Supermarktes, die Kundschaft Archetypen meiner GURP-Generation (green urban retired people) und wenn schon Bier, dann halt auch Craft Bier. Im Regal eine Dose (die ganz jungen Säufer in Deutschland kennen Dosen nicht einmal mehr) "Friday IPA". Da eine weitere Dose im passenden Design (dann kanariengelb) den auffallenden Schriftzug "STEPH WEISS" auf der Dose stehen hatte und das für mich deutsch klang, habe ich auf der Rückseite nach der der Brauerei geschaut. And Union GmbH, Ganghoferstraße 31, 80339 München - 700m von meiner Münchener Wohnung entfernt! Jetzt nicht echt, oder?

Good night, sleep well in your Bettgestell - oder warum die Niederländer so ausgezeichnet Englisch sprechen.

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Anfang der 1970er Jahre strahlte das ZDF einige Folgen der Serie "Die 2" (Originaltitel: The Persuaders!) aus, mit Roger Moore und Tony Curtis in den Hauptrollen. Der Inhalt dieser Serie war so banal, dass sie in den USA völlig floppte. In Deutschland erreichte sie Kultstatus (siehe auch hier), einzig und allein wegen der witzigen Synchronisation in sogenanntem Schnodderdeutsch. Ich war damals Teenager und habe mich bei jeder Folge weggeschmissen vor Lachen (meine Oma ebenso) und wir durften nicht zu laut lachen, weil wir sonst den nächsten Gag verpasst hätten. Und damit wären wir beim Thema, der Synchronisation von Filmen, englisch "dubbing" genannt. 

Hier in den Niederlanden, wo ich zur Zeit den größten Teil meiner Zeit verbringe, werden ausländische Filme und Serien weder im Fernsehen noch im Kino synchronisiert. Okay, das Niederländische ist bei knapp 17 Mio Einwohnern auch bevölkerungstechnisch nicht so verbreitet wie Deutsch. Ich will auch keine Bildungsabsicht unterstellen, aber Filme werden im Original gezeigt und mit Untertiteln versehen. Jeder Niederländer erkennt die Stimmen der Originalschaupieler und nicht wie wir, die Stimmen der Synchronsprecher. Dadurch, dass man hier alles im Original hört, kann gefühlt jeder zweite Niederländer das Alltagsenglisch bzw. -amerikanisch besser verstehen als z.B. ich, der ich 25 Jahre vorwiegend auf Englisch gearbeitet habe. So weit habe ich kein Problem damit. 

Ich habe allerdings damit ein Problem, dass das deutsche Fernsehen, ARD und ZDF allen voraus, alles synchronisiert. Mit Vorliebe Nachrichten, in denen die Sender, spricht ein ausländische/r Politiker/in, zuerst ein paar Worte des Originaltons hören lassen und dann in voller Lautstärke eine/n Synchronsprecher/in darüberquatschen lassen. Das führt dann zwar dazu, dass man vom amerikanischen Trumpel zwar die fön-debile Visage sieht, aber dazu einen völlig normal klingenden deutschen Nachrichtensprecher hört. 

Sollte das also jemand von ARD oder ZDF lesen: Lasst uns den Spass, und ermöglicht es uns, allen wichtigen und unwichtigen Personen des öffentlichen Lebens im Originalton zuzuhören und blendet die Übersetzung dessen, was sie zu sagen haben in Untertiteln (Lesbar! Zum Bleistift mit kontrastreichem Hintergrund) ein. Ihr tut etwas für die politische Bildung, für sprachliche Authentizität und für das Verständnis der Kulturen. Gegen das Synchronisieren von (Unterhaltungs)sendungen und Filmen habe ich erst einmal nichts. Wie das wirklich vernünftig geht (i.e. Sprache der Synchronisation und Sprache der Untertitel frei wählbar) zeigen euch gerade Netflix und andere. Ich bin vom öffentlichen Rundfunk mehr überzeugt denn je, also tut etwas dafür, dass andere das auch sind bzw. bleiben. 

PS: Das Bild habe ich dem Wikipediaartikel https://de.wikipedia.org/wiki/Die_2_(Krimiserie) entnommen, dort steht als Urheber: "Karlheinz Brunnemann Synchron KG - aus Vorspann vektorisiert".

Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten

messengersErinnert sich noch jemand an die Krypto-Technik, die bis 1996 unter der maximalen Schlüssellänge von 40 Bit zu leiden hatte? Bis Ende 1996 verbot das amerikanische "... Gesetz International Traffic and Arms Regulation (ITAR) den Export von Munition, wozu auch militärisch verwendbare Verschlüsselungstechnik zählte ..." [ aus diesem Artikel zitiert]. Die Folge war, daß Software aus den USA nur mit maximal auf 40 Bit langen Schlüsseln basierender Verschlüsselungstechnik ausgeführt werden durfte. IT-Steinzeit? Von wegen: laut diverser Presseartikel (z.B. im Spiegel oder bei Heise) plant unser Innenminister Seehofer ein Gesetz, das Unternehmen wie z.B. Threema, Wire, WhatsApp (wer hätte gedacht, dass ich jemals für WhatsApp sprechen würde) zwingen würde, auf richterliche Anordnung die dort getätigten Unterhaltungen entschlüsselt an Ermittlungsbehörden weiterzuleiten. Ist denn der Mann von allen guten Geistern verlassen?

Meine Oma würde jetzt den in der Überschrift genannten Spruch raushauen. Bislang habe ich derlei Argumentation immer mit der Frage gekontert, warum man denn die Fenster im Badezimmer nicht klar und einsehbar gestalte, wo man doch sicher nichts zu verbergen habe, auf jeden Fall keine kriminellen Tätigkeiten.

Ja, aber man habe ja immer noch die Notwendigkeit einer richterlichen Anordnung als Garant, heisst es dann oft. Selbst wer dieser Sicherheit jetzt noch vertraut - wie sieht das in ein paar Jahren aus, wenn die neue Rechte auch in Deutschland mehr Einfluss haben sollte? Dass das nicht undenkbar ist, hat man in Österreich gesehen. Wo wäre dann der so oft gepriesene Rechtsstaat? Wie schnell haben sich Länder wie Erdogans Türkei, Trumps USA, das Polen der PiS oder Orbáns Ungarn, Italien, Österreich - um nicht alle zu nennen - teils mehr, teils weniger von den Prinzipien eines Rechtsstaates entfernt? Glaubt denn irgendjemand noch, dass unsere jetzigen Prinzipien in 20 Jahren noch garantiert sind? Ich nicht. Dass Seehofer schnell mit den illiberalen Idioten zusammenrückt, hat man gesehen. Ich wage nicht zu hoffen, dass sich Deutschland empört aber vielleicht, dass die Leitungen der grossen und kleinen Krypto-Firmen genügend 'cojones' haben, um das mit entsprechender Lobby-Arbeit zu verhindern.

Und - schickt Seehofer in Rente, ehe er noch mehr Unfug anrichtet.

[Update 20.6.2019: Sie kapieren es einfach nicht. Warum? Lest diesen Artikel aus der Zeit (https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2019-06/datensicherheit-bundesinnenministerium-verschluesselung-gefahr). Besser kann man es nicht formulieren. Entweder Seehofer und seine Crew sind in der Tat völlig inkompetent, oder sie geben einen Scheiss auf Verschlüsselung. In beiden Fällen sollte man sich sehr genau überlegenen, wem man bei der nächsten Wahl seine Stimme gibt.]

Servus!

Mein bescheidener Blog. Kommentare kann man hier loswerden. Ich bekomme keine Benachrichtigung, wenn etwas eingeht, also wenn es dringend ist, schickt mir eine E-Mail.

Thomas Heikoop ist eine Bühnenbestie

IMG_6467... um die Vorsitzende der Prüfungskommission frei zu übersetzten, als sie Thomas ein 'theaterbeest' genannt hat (man erinnere sich an Louis van Gaals 'Feierbiest' in München). Wir hatten Thomas und seine Band zu Mariannes Geburtstagsparty im Happy Days engagiert und haben ihn heute bei der Ablieferung seines Meisterstücks am königlichen Konservatorium in Den Haag sehen und hören können. Was für ein Charakter auf der Bühne! Alles Gute für die Zukunft und ein paar (zum Teil leider verwackelte) Fotos.

Über den Sinn und Zweck von Verboten

IMG_6390"Do not walk outside this area" - Mache ich auch nicht, niemals: 🙈 Mehr …

Möwen, nehmt euch in Acht!

Version 2
Der Winter scheint, zumindest hier an der Westüste von Holland, vorbei. Das heisst, auf der Suche nach Nistplätzen kreisen wieder vermehrt Möwen über den Flachdächern der Scheveninger Häuser (sofern diese das Strandfeuer an Silvester überlebt haben). Wir haben eine neue Angelrute gekauft (die alte war nach 2 Saisoneinsätzen ziemlich ausgeleiert), einen neuen schwarzen Drachen, ebenso wie eine braune Variante und alles auf der Dachterrasse montiert. Wir sind vorbereitet. Ohne dass wir Werbung machen wollen, aber weil man uns oft nach den Details fragt, hier (https://www.vandree.nl/product/black-hawk-kite-7-meter/) ist der Drache zu kaufen, es gibt ihn aber auch bei anderen Online-Händlern. Die Fotos zeigen, wie wir das Ding montiert haben.

[Update September 2019: I just discovered those two links on the website of the town hall (you need to have basic dutch knowledge): a quite interesting flyer about seagulls in the Netherlands: Stadsmeeuwenwijzer.pdf and a a short story about seagulls.]

Skifahren in Andorra

IMG_6087Ja, in der Tat, wir haben es gewagt zum Skifahren einmal nicht in die Alpen zu fahren. Es war schon mal etwas Besonderes, dafür dass ich noch nie außerhalb der Alpen (lässt man mal meine Kindheit im Schwarzwald beiseite) beim Skifahren gewesen bin. Für uns in Holland ist Andorra fast genauso umständlich zu erreichen wie Südtirol. Apropos Südtirol, das ganze Skigebiet ist ungefähr so gross wie, sagen wir mal, der Bereich von Corvara, La Villa, St. Kassian bis nach Arraba. Wir haben uns gegen die Anreise mit dem Auto entschieden und sind stattdessen mit dem Flieger nach Barcelona geflogen und von dort mit dem Mietwagen (ein Transferbus hätte es auch getan) nach Andorra (3 Stunden) gefahren. Achtung: keine der Mietwagenstationen bietet Autos mit Winterreifen an, man kann aber Ketten dazu bestellen (kostet auch extra). Skifahren selbst ist in Andorra genauso wie in den Alpen vom Wetter abhängig. Wir hatten es sehr durchwachsen, mit viel Schnee aber auch ein wenig Sonne. Die Pisten sind okay, eher blau-rot als rot-schwarz, aber wunderbar zu carven. Es gibt eine Weltcupstrecke, die ungefähr so ist, wir die Planai nur ein wenig kürzer. Den Skibus kann man komplett knicken (unregelmäßig, völlig überfüllt, Barzahlung beim Fahrer - also obwohl preiswert (3 €) extrem langwierig und nicht im Skipass inbegriffen).

Was sie dort nicht hinbekommen, und zwar nicht einmal ansatzweise im Vergleich zu Südtirol (zugegeben in der Sella Ronda ist man da extrem verwöhnt), ist die Restauration und die Gemütlichkeit in den Hütten. Sie existiert einfach nicht. Im Sonnenschein kann man sich darüber hinweg trösten, dass man auf der Terrasse eine gefühlte Stunde für zwei Bier ansteht, wennn es kalt ist und es schneit allerdings schon weniger. Der einzige Versuch, drinnen essen zu gehen endete für unsere spanischen Freunde im totalen Frust. Also eher nach dem Skifahren in die Kneipe an der Talstation der Funicamp Bahn. Unsere Ski haben wir hier geliehen (war okay) und über Nacht in der Talstation der Seilbahn Funicamp in einem gemieteten Spind verstaut (was übrigens sehr zu empfehlen ist). Unser Hotel habe ich hier bewertet.

Die Skikarte muss man auf der Webseite von Grandvalira suchen, daher hier der Link zur PDF Version des Pistenplans, den man unter https://www.grandvalira.com/en/virtual-tour-grandvalira findet.

Alles in allem, trotz der etwas abwertenden Darstellung oben und wenn man ohnehin weit fahren muss, ist Andorra zum Skifahren durchaus als Alternative zu empfehlen.

Lätschenbiachal



Liebe Facebookler, dieses feinsinnige Wortspiel erschliesst sich zwar nur Bavariaphilen, es ist aber so herrlich, dass man es einfach erwähnen muss. Gesehen haben wir das in einem bayerischen Restaurant in Münchener Westend (genau genommen im Wirtshaus Schwanthaler: http://www.schwanthaler-wirtshaus.com). Der dortigen Wirtin Katharina Janas und Ihrem Partner Michael Stullich ist die schöne Zusammensetzung des mundartlichen Wortes für 'Gesicht' (https://www.bayrisches-woerterbuch.de/laetschen-die/) und des 'Buchs' (https://www.bayrisches-woerterbuch.de/biache-dasbiachl-das/) zum 'Facebook' zu danken. Ich denke mir mal, ein paar Credit Points für deren Werbung sollte Euch das allemal wert sein, zumal das Wirtshaus die Tradition der klassischen Münchener Wirtshäuser in erneuerter Version wieder aufleben lässt. Also ein kräftiges , und das Bier schmeckt noch mal so gut.

Klinikum Bogenhausen

Ich habe meine Frau zu einer kurzen, aber stationären Behandlung in das Klinikum Bogenhausen begleitet. Der Aufenthalt dauerte von 8:00 in der Frühe bis (mit der Ausnahme, dass ich zu Hause geschlafen habe) zum Folgetag am frühen Nachmittag. Das, was wir erlebt haben, könnte man ungefiltert in der 'Anstalt' des ZDF zeigen. Mehr demnächst an dieser Stelle, wenn wir alle das unbeschadet überlebt haben.


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Langlauf in Holland - Cross Skating


Man denkt ja immer Holland wäre flach wie ein Bügelbrett. Das stimmt im Makrobereich auch voll und ganz. Geht man etwas dichter heran, gibt es durchaus ein wenig Auf und Ab. Das fällt einem erst auf, wenn man z.B. mit dem Fahrrad unterwegs ist, oder wie ich, mit den Cross-Skates. Meine bevorzugte Strecke geht auf Radwegen bzw. asphaltierten Wanderwegen vom Hafen in Scheveningen nach Kijkduin und zurück. Da geht es dann minimal rauf und runter. Ca. 60m Anstieg in der Summe auf 8 km und natürlich wieder Abstieg. Was das Cross-Skaten hinter den Dünen dann jedoch wirklich mit den Bergen vergleichbar macht, ist der Wind. Ich habe es zum Beispiel am liebsten, wenn der Wind, so nicht zu vermeiden, zumindest aus West bist Südwest weht. Das heisst, ich habe Gegenwind wenn ich auf Kijkduin zu laufe und Rückenwind, wenn es nach Scheveningen zurück geht. Ist eigentlich auch klar. Oder kann sich jemand vorstellen, er beginne seine Skitour mit der Abfahrt ins Tal und steigt dann wieder auf den Berg rauf? Nur umgekehrt belohnt man sich. 

Eine weitere Parallele vom Skisport im Schnee zum Cross Skaten ohne Schnee ergibt sich ebenfalls durch den Wind, allerdings in Verbindung mit Sand. Es ist, wenn man hier nicht zu Hause ist, kaum vorstellbar, dass Verwehungen durch Sand ebenso eindrucksvoll sein können wie durch Schnee. Auch die Wege hinter den Dünen haben kontinuierliche Räumdienste nötig. Würde man zum Beispiel den schönen neuen Boulevard in Scheveningen nicht permanent vom Flugsand befreien, wäre er mitsamt seinen Strandpavillons, Bars und Restaurants innerhalb eines Jahres verschwunden. (Eindrucksvoll konnte man das sehen, als der  Boulevard renoviert wurde. Tief Im Sand vergraben tauchte bei den Baggerarbeiten ein Bunker aus dem zweiten Weltkrieg auf. 70 Jahre war er verschwunden, hatte aber niemandem gefehlt. Er wurde übrigens ein paar Tage der Öffentlichkeit zur Schau gestellt und dann endgültig zerstört.)

Zurück zum Cross-Skaten: Wind, Wetter und die daraus entstehenden äusseren Bedingungen sind in der Tat ein Faktor beim Cross-Skaten, ebenso wie beim Skifahren in den Bergen. Temperaturen ab 3º und tiefer bergen die Gefahr, dass die asphaltierten Wege mit einer dünnen Eisschicht überzogen sind. Zumindest an manchen Stellen, an denen man das nicht vermutet. Die Konsequenzen kann man sich ungefähr so vorstellen, als ob man mit Carving Ski ohne Kanten unterwegs wäre. Fatal. 

PS: Ein paar Bilder und ein kurzes Video findet man hier.

Sommer 2006


Heute noch aktueller als noch vor drei Jahren: ein Gastbeitrag.

Ein sehr witziger Artikel aus "Der Postillon"

Passend zu unserer Wahlheimat zitiere ich diesen Eintrag aus dem Postillon, einem Quatschmagazin, das die Tradition von MAD oder Samstag Nacht weiterleben lässt. Es geht darum, dass die Niederländer ja eigentlich deutsch sprechen und nur so tun, als ob sie eine eigene Sprache hätten ...

Den vollständigen Artikel auf Postillon findet man hier.

Gedankenfragmente

Ich bin kein Politiker und ich fürchte, mit 60+ bin ich auch zu alt dafür, einer zu werden. Lust dazu hätte ich schon.

Ich bin altmodisch. Gross geworden in einer Familie überzeugter SPD-Wähler. Meine Eltern sind 1959/1960 als Intellektuelle des frühen Widerstands aus der DDR geflohen (zugegeben, sehr unspektakulär: vor dem Mauerbau war das mit der Strassenbahn zu machen). Altmodisch, weil ich am Ende der 68er gerade mal 11 - 12 Jahre alt war. Aber entscheidend von einer Generation geprägt, in der der Glauben an eine freie Demokratie nicht zu erschüttern war.

Ich habe studiert im Berlin der 70er Jahre, bin in das erzkonservative Bayern ausgewandert und habe es lieben gelernt. Dank meiner guten Ausbildung und einer Bereitschaft mich meistbietend zu verkaufen (ich war europäischer Beamter) habe ich finanziell praktisch nie Sorgen gehabt. Ich habe Deutschland vor ca. 10 Jahren wegen meiner Arbeit verlassen und wohne überwiegend in den Niederlanden. Ich habe 25 Jahre meines 35-Jährigen Erwerbslebens in einer internationalen Umgebung gearbeitet. Ich geniesse es, mich zwischen Deutschland, den Niederlanden und Spanien so frei zu bewegen als wäre es innerhalb meiner eigenen Wohnung. Mit den Händen in den Hosentaschen.

Ich kenne Krieg, Währungsreform, Not und Hunger nur aus den Erzählungen der Generation meiner Eltern und aus Geschichtsbüchern. Den totalitären DDR Staat jedoch aus eigener Erfahrung als Westbesucher. Ich bin bequem und mäßig politisch interessiert.

Warum schreibe ich das? Weil mir die Neo-Populisten à la Trump, Putin, Erdogan und Orbán auf den Senkel gehen. Und warum gehen sie mir auf den Senkel? Weil die Generation, die meiner nachfolgt, kein politisches und demokratisches Rückgrat mehr hat, oder wenn man so sagen will, keine Eier. Nicht nur, dass dieselbigen eben fehlen, aber es fehlt auch das Bewusstsein warum es wichtig ist, welche zu haben. Um eben diese Typen zu verhindern. Und die nächste Welle der machtgeilen Politiker ist unterwegs: Seehofer, Kurz und wie sie alle heissen - nur um den Namen des italienischen Fuzzis nicht herauskamen zu müssen - stehen in den Startlöchern (https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-06/populismus-europa-sebastian-kurz-horst-seehofer-viktor-orban-nationalkonservative-achse). Aber das ist jedem egal, weil das Verfolgen der Nachrichten in den öffentlich-rechtlichen Medien ja uncool ist (trotz diverser Enthüllungen des Rechercheverbunds NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung). Und erst recht jeden Tag um 20:00. Serien auf Netflix sind doch viel besser. Da muss man nicht erst warten, bis die Nachrichten um 20:15 zu Ende sind.

Jeder schimpft auf Europa und will lieber sein eigenes Süppchen kochen, abgewandt in der heimischen Küche. Dabei brauchen wir nicht weniger Europa, sonder mehr. Eine gemeinsame Identität, eine gemeinsame Wirtschaft- und Finanzpolitik und eine gemeinsame Verteidigung. Jawohl, auch Verteidigung. Damit wir die Milliarden, die wir in die Rüstung stecken, zumindest koordiniert einsetzen und uns nicht mit Gewehren blamieren, die um die Ecke schiessen (Mit einer gemeinsamen europäischen Telekommunikationspolitik hat es doch auch geklappt, Internet geht jetzt auch ohne Roaming.) Den Rest, Bildung, Polizei, Steuern erledigen wir gemäß dem föderalistischen Prinzip, das in Deutschland, Österreich der Schweiz und vielen anderen Ländern jahrzehntelang gut funktioniert hat (und trotzdem verbessert werden kann). Unter der Bedingung, dass wir in den Vereinigten Staaten von Europa leben, könnten Schottland, Katalonien, Bayern, das Baskenland, Südtirol und wie sie alle heissen, ihre regionale Autonomie haben. Warum nicht?

Aber dazu müssen unsere verweichlichten, politisch uninteressierten, ignoranten und frustrierten Kinder und Enkelkinder endlich in die Pötte kommen, etwas für ihre politische Bildung tun und verdammt noch mal zu jeder Wahl gehen, bei der sie wahlberechtigt sind. Schaltet das Hirn ein, gebraucht den gesunden Menschenverstand und zeigt etwas von der politischen Ethik eurer Großeltern!

Lasst Euch nicht von den Trumpeln dieser Welt weismachen, dass die Erde eine Scheibe und die Klimakatastrophe eine Verschwörung sei, oder dass es beim Dieselskandal um gefälschte Markenjeans ginge.

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Rückkehr zum einsamen Strand
Nebensächlichkeiten verwehen

Meer wogt durch die Dünen
Brandung rauscht in den Wipfeln

hier ist Platz
zum lieb haben

(Eric Wisse)


Hintergrund zu diesem Kunstwerk: http://duinbehoud.nl/feestelijke-onthulling-muurgedicht-westduinpark/ und zum Autor: http://overmijnschouder.blogspot.nl

Die Nachbarschaft

IMG_4728-kWir haben heute von unserem Nachbarn Rob ein unverhofftes Geschenk bekommen. Unser Haus in Acryl auf Leinwand, das Gemälde im Vollformat hier. Rob, hartstikke bedankt! Viel weiss ich nicht über Rob. Er fährt Motorrad und Ski und spielt gerne Billard. 1972 war Rob Mitglied der Niederländischen Olympiamannschaft im Modernen Fünfkampf (hier der niederländische Wikipedia Eintrag), Chapeau! Dem Fechtsport scheint er noch heute verfallen zu sein. Ein sympathischer Mensch, wer mit ihm in Kontakt treten will, findet ihn auf Facebook. Mehr …

Ein Wagen von der Linie 11

IMG_9186Demokratie lebt und gegen die drohende schwache Wahlbeteiligung hat man sich hier einiges einfallen lassen. Wahllokale gibt es in Sozialstationen, in Sporthallen, Schulen, Gemeindezentren aber auch Buchhandlungen und Supermärkten. In meinen Augen die originellste Realisierung eines Wahllokals ist die Unterbringung in der Strassenbahn. Die hiesige Tramlinie 11 hat einen Wagen, in dem man seine Stimme zur Gemeinderatswahl abgeben kann. Ein Wagen von der Linie 11 fährt zwischen dem Strand in Scheveningen und der Innenstadt hin und her, das Mitfahren kostet nichts. Leute, geht wählen! Übrigens, als gemeldeter Anwohner dürfen auch wir Expats mitwählen. Das Lied vom Ferdl Weiß, "Ein Wagen von der Linie 8" findet man auf Youtube unter https://youtu.be/zRG9-Os55FI

Der Wilde Hahn

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Kennt jemand von den Rolling Stones "Little Red Rooster"? Hier geht es aber weder um deren Blues-Title noch um einen Big Wild Rooster, sondern um Wildgitter, die schottische Hochlandrinder daran hindern sollen aus ihrem Weidegebiet hinter den Dünen am Scheveningen Südstrand auszubrechen. Warum das wichtig ist, ach ja, weil ich dort meinem Sport nachgehe, dem Cross Skaten, also Langlauf im Skating Stil aber mit Rollen-Skates. Mehr darüber findet man in diesem Artikel. Mehr …

Jazz am Sonntag oder die Ikonen des Statenkwartiers

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Die Soli des Saxophonspielers blubbern uns zu, sie verschaffen sich musikalische Geltung. Getragen vom Sound der Band, aber stark und fett kommen die Improvisationen aus dem abgegriffenen Instrument. Die anderen Instrumente stehen dem nicht nach. Im Laufe es Nachmittags steigen noch eine Vokalistin, ein Querflötist und ein weiterer Vokalist ein. Bei den Drummern herrscht ohnehin ein reger Wechsel, und an der Gitarre tritt ein weiterer Spieler aus dem Publikum nach vorne. Eine Posaune ergänzt die Trompete. Ein Vokalist, offensichtlich ein italienischer Expat gibt Estate zum besten, ein Jazz-Standard (https://en.wikipedia.org/wiki/Estate_(song)), der mir bislang unbekannt war, aber wohl durch Joao Gilberto bekannt geworden ist: https://www.youtube.com/watch?v=ZC19UZcqQwY. Mir gefällt allerdings diese Version hier besser: https://www.youtube.com/watch?v=pVYhoRlGXdo. Toller Nachmittag, jeden ersten Sonntag im Monat wird im Hudson von 16:00 - 20:00 Jazz gespielt. Aber eigentlich soll es hier um Ikonen des Statenquartiers gehen. Wir sind im Hudson ... Mehr …

Frankreich, im Sommer 2011

ThisWayCopie-lqGenau genommen am 12. Juli 2017 im Restaurant La Table von Olivier Leflaive in Puligny-Montrachet. Die Räume des Restaurants wurden für ein kleine Ausstellung der Künstlerin Nathalie Harvey genutzt. Was uns besonders gefiel, war ein Diptychon. Um ehrlich zu sein, bis dahin wussten wir nicht, was ein Diptychon ist. Also, es ist so etwas wie ein Triptychon, bei dem der Mittelteil fehlt. Bleiben dann noch zwei Teile. Nathalie Harvey hat es nicht zu überwältigender Bekanntheit gebracht. Auf der Arte Webseite gibt es von Ihr ein kurzes Expose, allerdings ist das Video schon wieder entfernt (Mediatheken-Politik, wahrscheinlich), auf Youtube einen kleinen Clip von einer Aktion in 2014, im Rahmen derer Autos künstlerisch verschönert wurden. Uns hat jedenfalls das Diptychon am besten gefallen.